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Auf einem Tische zahlreiche bunte Farbtöpfe, eine Hand greift nach einem Topf

Kunsttherapie

In der Kunsttherapie können psychisch erkrankte Menschen lernen, sich selbst klarer wahrzunehmen und ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen Ausdruck zu verleihen. Sie erkennen ihre eigenen Grenzen besser, entdecken neue Ressourcen und Talente und fördern dadurch ihre Selbstwahrnehmung und Stabilität.

Durch das freie Gestalten mit Farbe, Stift oder Material wird im Laufe der Zeit die Fähigkeit verbessert, eigene Gefühle einzuschätzen und regulieren zu können. Malen, Zeichnen oder plastisches Gestalten stärken außerdem die sinnliche Wahrnehmung und können sogar die Körperwahrnehmung positiv beeinflussen.

Freiraum zum Ausdruck finden

Kunsttherapie bietet viel Freiraum. Typische Formen sind Malerei, Zeichnung oder Skulpturen, bei denen zunächst keine Vorgaben gelten. Alles darf ungefiltert und ohne Zensur auf das Papier oder in die Form kommen.

Die Kunsttherapeutinnen und -therapeuten geben lediglich Impulse und Anregungen, zeigen verschiedene Techniken und Arbeitsweisen und stellen das passende Material bereit. Sie begleiten den Prozess, ohne zu bewerten oder zu „korrigieren“.

Bildreflexion in der Gruppe

Nachdem ein Bild entstanden ist, wird es in der Regel gemeinsam – meist in der Gruppe – betrachtet. Die oder der Betroffene sowie die anderen Teilnehmenden teilen ihre Assoziationen, Wahrnehmungen und Gedanken zu dem Kunstwerk. Dabei wird immer auf das Befinden der einzelnen Person und das individuelle Tempo jedes/r Teilnehmenden geachtet.

Am Ende der Therapie findet bei der Entlassung eine Gesamtschau aller erstellten Bilder statt. In einem Einzelgespräch können damit Entwicklungen, Veränderungen und hilfreiche Aspekte reflektiert werden – eine wertvolle Basis für den weiteren Weg.

Wer kann Kunsttherapie nutzen?

Kunsttherapie ist für jede Person geeignet, die psychisch erkrankt ist oder sich in einer Krise befindet. Sie müssen kein talentierter Künstler sein. Mit der Zeit werden Sie merken, dass es nicht um Leistung oder ästhetische Perfektion geht, sondern darum, das eigene Erleben und die Gefühle ins Bild zu bringen und diese gemeinsam ohne Wertung zu betrachten.

Das Gestalten tut gut und kann helfen, einen neuen Blick auf sich selbst zu entwickeln – einfühlsam, schonend und immer respektvoll begleitet.

Tassenprojekt "Alle Tassen" von Sylvia Jäger, Kunsttherapeutin